Danach, ist noch lange nicht das Ende (Teil 2)

Aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, heißt noch lange nicht gesund zu sein. Noch folgte eine Woche der angeordneten Quarantäne.

In den ersten Tagen, nach der Entlassung, ging gar nichts. Am liebsten hätte ich – wie im Krankenhaus – den ganzen Tag im Bett verbracht. Aber nach einer Woche Dauerliegen und Berieselung mit ARD, ZDF und Co. war mir nach Bewegung und etwas tun. Und es war auch nötig … Haus und Hof machen Arbeit und die bleibt auch liegen, bis frau wieder fit ist.

Ich hätte gerne wollen … aber es ging nicht wirklich. Ein Zimmer staubgesaugt und ich war völlig fertig. Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel und Muskelschmerzen.  Stunde Pause, nächstes Zimmer saugen, Stunde Pause .. noch ne Stunde, dann 1 Zimmer wischen und fertig. Fix und fertig!

Da hilft nur auf den Körper zu hören und die Grenzen zu beachten. Jeden Tag nur ein Zimmer, mehr ging nicht. So habe ich mich durch die erste Woche geschleppt. In der zweiten wurde ich schon leicht ungeduldig: Jetzt soll es aber mal besser werden. Nö, wurde es nicht. Jedenfalls nicht so schnell, wie ich es gerne gehabt hätte.

Zuhause konnte ich aber wieder auf mein Arsenal an alternativen Methoden zugreifen. Vitamin B12 gegen die Parästhesien (Kribbeln, Taubheitsgefühl, Missempfindung besonders in den Beinen) und Inhalation mit verschiedenen ätherischen Ölen und viel Tee und Wasser trinken.

Irgendwie gab es in meinem Körper ständig neue Baustellen. Mal ziehende Gelenkschmerzen, die ich sonst nicht kannte, mal Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, neurologische Beschwerden. Täglich wechselnd …

Als wenn der Virus einen Platz sucht, an dem er noch was ausrichten könnte. Raffiniertes kleines Biest. Aber ich bin ja auch anpassungsfähig: Salbeitee, Holundersaft, Vitamin C und B und D … ich nehme sehr intuitiv das wonach ich gerade „Hunger“ verspüre. Z:B. hab ich selten so viele Nüsse gegessen, und Bier, hab ich im Winter auch nie getrunken. Zwischendrin erinnerte mich mein Appetit, an die Gelüste in der Schwangerschaft.

Durch Inhalation und Atemtherapie wurde das Atmen von Tag zu Tag spürbar besser. Die Woche davor schien es mir noch unmöglich, bis tief in den Bauch zu atmen. Mit kleinen Spaziergängen haben wir unsere Beweglichkeit und Kondition weiter gesteigert.  Aber immer nur soweit wie es körperlich ging… Schritt für Schritt.

Insgesamt war ich drei Wochen in Quarantäne und Wolfgang fünf Wochen.

Apropos Quarantäne, das ist auch so ein Ding was ich nicht wirklich verstehe. Es scheint das es doch unterschiedlich von den Gesundheitsämtern gehandhabt wird.

Bei uns war es so, dass wir mit dem positiven Bescheid die Aufforderung zu einer 14 tägigen Isolation bekamen. Wären wir dann 48 Stunden symptomfrei, ist die Quarantäne wieder aufgehoben. 

Einfach so …  ohne Test …

Falls wir noch Symptome hätte – fragt sich nur was alles als Symptom gezählt wird? ? – sollten wir uns melden und die Quarantäne wird jeweils um 48 Stunden verlängert.

Dieses Konzept hat sich für mich von der Logik nicht erschlossen: … also wenn ich “das Gefühl” habe, das es mir wieder gut geht, darf ich ohne Einschränkungen wieder raus …

… und wenn ich keinen Bock hab, dann sag ich einfach, das ich noch huste und bleib zuhause …

… und wenn ich trotz Symptome, den Druck habe, wieder arbeiten gehen zu müssen, dann meld ich mich einfach “gesund”…

Die glauben mir dann einfach so, ohne Test??? ?

Falls ich einen Antikörper Test haben will – Antikörper sind erst nach 3-4 Wochen nachweisbar – muss ich ihn sogar selbst bezahlen.

Ich hoffe das ich durch die Infektion genügend erzeugt habe und mir die Impfung sparen kann – aber das ist noch ein anderes Thema.

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