Advent, Vänt? – Was leuchtet bei dir?

Wenn es tiefer und tiefer in die dunkele Zeit hineingeht, wünschen wir uns alle zunehmend Licht.

Heutzutage kann das Heidenkind zwischen Adventskranz, Väntleuchter oder Julekranz wählen.
Den Adventskranz wollte ich wegen dem christlichen Bezug nicht so gerne nehme und so hab ich mich auf die Suchen nach anderen Lichtern gemacht.

Der Adventskranz wurde im Jahr 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen, Erzieher, Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im evangelischen Hamburg, im Rauhen Haus, eingeführt; er wollte damit armen „Straßenkindern“ des beginnenden Industriezeitalters die Zeit bis Weihnachten verkürzen .Knapp hundert Jahre später war der Adventskranz auch in vielen katholischen Gegenden zu finden

Seit vielen Jahren ziert der „Julkranz“ unseren Tisch. Doch irgendwie sieht das Ding, für mich immer noch zu sehr nach Adventskranz aus. Vier Kerzen und eine fünfte in der Mitte. Wenn man nach der Bedeutung sucht, dann bekommt man viele konstruierte Informationen

So soll der Julkranz typisch skandinavisch sein, aus der Gegend wo sich die alten Bräuche der Nordmänner noch lange gehalten haben. Er wurde früher als Kreis aus immergrünen immergrünen Zweigen geflochten und soll den Sonnenlauf – die vier Jahreszeiten oder Elemente – und die Hoffnung auf das wiederkehrende Licht symbolisieren. Dieses wird mit der fünften Kerzen am Tag der Wintersonnenwende entzündet.

Früher? Aha… Und wenn ich mich auf Skandinavischen Brauchstumseiten umsehe, ist da nichts von einem Julkranz zu sehen oder zu lesen. Auch wenn in dort eindeutig Jul/Yule gefeiert wird.

Das Julfest ist ein nordeuropäisches Fest, das je nach religiöser Zuordnung zwischen der Wintersonnenwende und Anfang Februar gefeiert wird. Im Schwedischen, Dänischen und Norwegischen heißt Weihnachten heute jul, im Isländischen jól, im Finnischen joulu, im Estnischen jõulud. Im Englischen setzt Yule, im Niederländischen joelfeest das altgermanische Wort fort. Auch in diversen Mundarten der Nordfriesischen Sprache sind Entsprechungen zu finden, auf Sylterfriesisch etwa heißt es Jül oder Jööl.

Im Altnordischen sind júl und jól nachgewiesen, im Finnischen die Lehnworte juhla „Feier, Fest“ und das pluralische joulu „Weihnachten“. In seiner weiteren Bedeutung umfasste auch das altnordische jól ganz allgemein das Festmahl, wie das Kenning „Hugins jól“ („Trinkgelage des Raben“) belegt. Zum selben Stamm gehören als Ableitungen jóln (neutrum plural) „Götter“ und jólnir, ein Beiname Odins, dessen mögliche Bedeutungen „Herr der Götter“ und „Herr des Jólfestes“ umfassen. Die isländische Handschriftensammlung Flateyjarbók (um 1500) berichtet, dass die Heiden das Julfest zu Ehren des Odin feierten. Wikipedia

Dafür gibt es in Skandinavien, auffallend oft den typischen Schwedenleuchter mit 5 (selten 7) Kerzen. In Dreiecks oder Tannenform oder auch mal gerade nebeneinander.

Doch auch der scheint gar nicht so alt zu sein, sondern wurde Anfang des 19 Jahrhundert in die Stuben gebracht. Im Erzgebirge gab es ungefähr ab der gleichen Zeit den Schwippbogen, in einem Halbrund.

Die Gegend lässt vermuten, das der Ursprung etwas mit den Bergleuten zu tun haben könnte. Aber darüber konnte ich nichts fundiertes finden. In weitläufigen Gegenden (wie in den nordischen Ländern) sollten Kerzen im Fenster, die Wanderer zu den Häusern leiten.

Klassisch schwedisch ist die Heilige Lucia, (eine Märtyrerin aus Rom?). Sie kommt in Schweden am 13. Dezember und trägt einen Lichterkranz, aber dieser Brauch bezieht sich ja auch auf das Christentum und ist nicht altnordisch (wann und wo das auch immer sein sollte). Und doch wird es ein tieferer Hintergrund in alten Sonnenwendfesten zu finden sein. Sunna, die Sonne, ist in den nordischen Ländern weiblich. Und der Kalender hat sich in den Jahren immer mal wieder verändert/reformiert, so das sich häufig Kalendarische Termine von tatsächlichen Ereignissen (bis 1752 war der 13 Dez. der kürzeste Tag des Jahres) abgespalten haben. Eine Frau die den Jahreslauf der Sonne um ihren Kopf trägt … ist da doch gar nicht so weit hergeholt.

Nehmen wir noch eine Kerze dazu – also 6 – kommen wir zum Väntleuchter, der gerade bei allen Asentreuen „in“ ist. Väntljusstaken klingt sehr nordisch, erinnert aber auch stark an den in den Alpenregionen verbreiteten Schwippbogen.
Und ehrlich gesagt, klingt es wie ein genuschelter Ad Vend::??. Wobei sich der Begriff auf die Wartezeit (Advent) oder auch Wendezeit beziehen kann. Was ja definitiv passend ist; Wintersonnenwende, Jahreswende.

Damit es nordisch bleibt, malen wir noch Runen auf die Kerzen (die ersten sechs des Furthark) und entzünden sie ab der 6 Woche vor der Sonnenwende, jeweils am Donnerstag, dem Tag der dem Thor oder Odin gewidmet ist.

Das ist zugegebenermaßen eine Neuheidnische Erfindung, aber auch schön.

Doch ich bin immer noch nicht zufrieden … Zyklen .. Sonnenwende … Erwartung… Dunkelheit .. das muss doch alles irgendwie sinnvoll auf einen Kranz zu bekommen sein.

Kranz mit Immergrün, – Tanne, Fichte, Eibe, Efeu, Ilex – ist auf jeden Fall ein gutes Symbol für die Hoffnung auf wiederkehrendes Leben. Ein Mondzyklus vor der Wintersonnenwende ein gut bestimmbarer Zeitraum und damit würden wir mit drei oder vier Kerzen auskommen. Und ich nehme den vielleicht den Lichtbringer Loki.. wobei das nicht seine Zeit ist. Odin passt besser oder noch besser: Frigg/Frick 😉 . Sie passt doch hervorragend, als Hüterin des Hauses und Herdfeuers zu den Weihnachtsgelagen. Wir entzünden die Kerzen dann am Frijatag, den Freitag. Ein paar Symbole dazu … Faden, Spindel und Rad .. und eine Teigrolle 😉 aus der Puppenstube.

Fertig ist mein Wendezeitkranz.

Und ihr so?

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